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Scheidung in TH vs Anerkennung in Deutschland...

Verfasst: Di 19. Jul 2011, 12:14
von Somprit
... da ich auf einem anderen Feld in den letzten Tagen mit dem Problem Ehescheidung in Thailand : Anerkennung in Deutschland konfrontiert wurde, hier mal ein kurzer Ein-/Überblick:

Es erreichten mich gleich 2 Anfragen, was für ein Unterschied zwischen Legalisierung und einer Anerkennung zu beachten sei!

Deswegen nochmals kurz & schmerzlos:

1. Nach erfolgter Aushändigung der Scheidungsurkunde sollte man(n) diese möglichst von der Konsular-Abteilung der Deutschen Botschaft >legalisieren< lassen, d.h., die Echtheit der Unterschriften des ausstellenden Beamten behördlich prüfen lassen. Ein dem entsprechender Vermerk befindet sich sodann auf der Rückseite einer der Urkunden (wohl die, welche der geschiedene Mann im Besitz hat).

2. Um nun diese Ehescheidung auch in Deutschland als RECHTSGÜLIG anerkannt zu bekommen, ist ein >Antrag auf Anerkennung einer ausländischen Entscheidung in Ehesachen nach Art. 7 FamRÄndG< bei der Senatsverwaltung f. Justiz in Berlin (für Auslandsdeutsche) oder das jeweils zuständige OLG bei noch in D. gemeldeten Personen, einzureichen http://www.berlin.de/sen/justiz/struktu ... _hinw.html

3. Dieser Antrag kann der geschiedene Mann selbständig stellen, wozu er bei der Botschaft das entsprechende Formular Formular ausgefüllt unter Beifügung eines Auszuges aus dem thail. Eheregister, Auszug aus dem Scheidungsregister, die legalisierte Scheidungsurkunde – alles durch einen vereidigten Übersetzer beglaubigt - , sowie Kopie des Reisepasses der um Anerkennung nachsuchenden Person vorlegen muss.

4. Dieser vollständig bei der Botschaft eingereichte Antrag wird seitens der Botschaft beglaubigt (20 EURO) um von dem Antragsteller zur Justiz in Berlin bzw. das jeweils zuständige OLG gesandt zu werde!

5. Von der jeweiligen Behörde kommt eine Zahlungsaufforderung, wobei ich auf Ziff. 15 des Antrages hinweise, wozu ich bereits angemerkt hatte
... zur erfolgende Anerkennung in D. trägt der Antragsteller bei, wie teuer sie dort werden kann... also VORSICHT bei der Angabe zum Einkommen :pst: (danach richten sich die zu zahlende Gebühren)....
wobei ein Jeder weitgehend die fällige Gebühr selbst bestimmen kann... welche meines Wissen bei einigen mit verfolgten Anerkennungsverfahren nicht über 100 EURO lagen!

Zu beachten ist, dass eine Scheidung in D. erst dann Rechtskraft erlangt, wenn dieses Anerkennungsverfahren durchlaufen wurde!
Anderseits, niemand ist gesetzlich gezwungen, ein solches Anerkennungsverfahren durchzuführen .... es sei denn, er geht erneut das Abenteuer: Heiraten .... ein!

Zur Anerkennung hier ein Merkblatt des Standesamt Berlin: http://www.berlin.de/standesamt1/partne ... idung.html

Ergänzung:

Ich schrieb zu den Kosten des Anerkennungsverfahrens
... wobei ein Jeder weitgehend die fällige Gebühr selbst (mit)bestimmen kann... welche meines Wissen bei einigen mit verfolgten Anerkennungsverfahren nicht über 100 EURO lagen!
und ergänze dies nach einer erneuten Anfrage nach dem Umfang der denkbaren Gesamtkosten, dass die max. Summe, welche im Anerkennungsverfahren vor dem OLG bzw. Justiz-Senat in Berlin ggf. maximal 300 EURO beträgt

Die thailändischen Unterlagen sind nach erfolgter Legalisierung durch eine/n vereidigten/anerkannten Dolmetscher übersetzt/beglaubigt einzureichen. (z.B.: http://www.thai-deutsch.eu / http://www.thaitranslation.de ), wobei ein ca. Kostenpunkt der erforderlichen Legalisierungen 3.700 Baht, für die Dolmetschertätigkeiten: ca. 4-5.000 Baht, Beurkundung des Antrages auf Anerkennung d. Botschaft/Konsulat: 25,-- EUR

Somit Gesamtkosten der mir bekannt gewordenen/mit verfolgten Anerkennungsverfahren ca. 300,-- EUR

Nach meiner Erfahrung mit mehr als einem abgeschlossenen Anerkennungsverfahrens beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit in Berlin (nach erfolgter Verbuchung der angeforderten Gerichts-Gebühr) 2 Monate
Die durch die Senatsverwaltung f. Justiz in Berlin erfolgende Entscheidung ergeht (falls positiv) kurz & schnörkellos...
Bild
Dies kann ein Jeder ohne Zuhilfenahme anwaltschaftlicher und somit kostenträchtiger Hilfe, durchaus alleine bewältigen :good:

Ein entsprechendes Anerkennungsverfahren kann ein jeder der geschiedenen einstigen Eheleute für sich alleine beantragen, insbesondere, wenn eine Bäumchen-wechsel-dich-Lady einen erneuten Liebeskasper ehelichen möchte, muss SIE das Anerkennungsverfahren einleiten, ... falls es nicht bereits von dem geschiedenen Ehemann, welcher keine Heiratsabsichten mehr hat, gemacht wurde... hofft sie zudem aufgrund der Ehejahre auf einen Versorgungsausgleich, muss sie ein eigenständiges Verfahren auf Klärung des Versorgungsausgleiches in D. in die Wege leiten.... doch wer weiß das schon von ihnen.... :biggrin:

Re: Scheidung in TH vs Anerkennung in Deutschland...

Verfasst: Di 19. Jul 2011, 17:42
von Styx
Somprit,

soweit sind Deine Ausfuehrungen zum Thema "Ehescheidung in TH und Anerkennung derselben in D" absolut korrekt.
Ich wuerde nur an dieser Stelle...
Somprit hat geschrieben:...
3. Dieser Antrag kann der geschiedene Mann selbständig stellen, wozu er bei der Botschaft das entsprechende Formular ... ausgefüllt unter Beifügung eines Auszuges aus dem thail. Eheregister, Auszug aus dem Scheidungsregister, die legalisierte Scheidungsurkunde – alles durch einen vereidigten Übersetzer beglaubigt- , sowie Kopie des Reisepasses der um Anerkennung nachsuchenden Person vorlegen muss...
... eine Berichtigung, wie folgt, empfehlen: "uebersetzt".

Begruendung:
Ein Uebersetzer zeichnet nur fuer die Richtigkeit seiner uebersetzten Terme - er beglaubigt niemals den Inhalt eines zu uebersetzenden Dokumentes.

Styx

Re: Scheidung in TH vs Anerkennung in Deutschland...

Verfasst: Di 19. Jul 2011, 17:59
von Somprit
.... Dusselfehler :Shy: , natürlich hast Du Recht :good: