Das Schengen-Visum für Ehefrauen von Deutschen

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Das Schengen-Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von expat » Di 16. Dez 2008, 18:57

Deutschland ist mein Ursprungsland, auf das ich nicht stolz bin, für das ich mich aber auch nicht schäme, wenn auch die Rolle meiner Landsleute bei der Vernichtung von Millionen von Juden mich in gewisser Weise belastet.
Mit Obrigkeiten habe ich mich nie besonders identifiziert. Ich denke, die Verwaltung ist im demokratischen Staat dazu da, das Volk zu bedienen. Hoheitliche Arroganz ist mir ein Gräuel.
Was nun die Tätigkeit der deutschen Botschaft in Bangkok anbelangt so sehe ich gewisse Schwierigkeiten, die da mit der Erteilung von Visa verbunden sind. Missbrauch soll verhindert werden, was sicher 100%ig nicht möglich ist, aber ich habe Verständnis dafür, dass es versucht wird.
Das Wesen einer demokratischen Verwaltung ist Information und Anwendung des Legalitätsprinzip. Das Wesen von autoritären Staaten ist unter anderem das Verbergen von Vorschriften und die Beliebigkeit ihrer Anwendung. Wenn ich nun mal als Beispiel ein Visum für mit Deutschen verheiratete thailändische Ehefrauen nehme, so finde ich auf der Webseite des Auswärtigen Amtes oder der Deutschen Botschaft gar nichts, absolut nichts. Anders bei Österreich und der Schweiz. Da wird klar gesagt, bringt dieses oder jenes mit, ihr bekommt das Visum kostenlos. Seit fünf Jahren nunmehr beantragt meine Frau für unseren jährlichen Besuch das Visum, und noch jedes Mal haben die Angestellten der Botschaft es fertig gebracht, für unnötigen Stress zu sorgen. Das Visum nämlich steht ihr kostenlos zu. Da gibt es auch nichts zu erwägen. Garantieerklärung und Versicherung sind nicht erforderlich. Dennoch kam sie beim letzten Antrag nur mit größten Schwierigkeiten überhaupt auf das Gelände, um ihren angemeldeten Antrag abzugeben. Der Herr am Eingang wollte sie ohne Versicherungsbescheinigung nicht rein lassen. Nach meinem Dafürhalten hat die Botschaft die Pflicht, die thailändischen Angestellten mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Noch bei jeder Visumsbeantragung musste der deutsche Sachbearbeiter gerufen werden, weil eine Person am Schalter nicht informiert war.
Beim ersten mal war es besonders schön. Da wir noch nicht verheiratet waren, musste eine Garantieerklärung von mir mit dabei sein. „Verwandtschaftsverhältnis“ habe ich natürlich nicht ausgefüllt, da keins bestand. Ich müsse das ausfüllen. Das könne ich nicht, da die Gegebenheiten fehlten. Da sei kein Verwandtschaftsverhältnis. Dann würde sie den Antrag nicht bearbeiten. So schrieb ich hin „Verlobte“. Ob wir denn heiraten wollten und ob wie die Papiere dabei hätten? Da platzte mir doch glatt annähernd der Kragen.
Beim letzten mal, wo wir nun länger verheiratet sind, wollten die dann doch in der Tat neben meinem Pass mit Langzeitvisum für Thailand noch mein Bankbuch sehen. Dieses Jahr erklären sie auf Anfrage neben meinem Pass sei noch das Schanoht erforderlich. Das ist obrigkeitsstaatliches Denken und Handeln am falschen Platz, denn das Visum muss sie nach geltendem Recht bekommen. Eine Verwaltung, die grundsätzlich vom Missbrauch ausgeht, hat meine Sympathie verspielt, aber die wollen die ja da wohl auch gar nicht.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

Loso

Re: Das Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von Loso » Di 16. Dez 2008, 21:03

Welche Informationen vermisst du denn auf der website der Botschaft?
Von Kritik am thailändischen Personal liest man ja öfter, könnte auch an der thailändischen Denke liegen.

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Re: Das Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von expat » Di 16. Dez 2008, 21:20

Loso hat geschrieben:Welche Informationen vermisst du denn auf der website der Botschaft?
Informationen, wie sie bei der österreichischen und der Schweizer-Seite zu finden sind:
Visum für mit Landsleuten Verheiratete: Vorlage des Antrags, des Passes und der
Heiratsurkunde. Kosten: keine.
Aber im Grunde habe ich das oben schon geschrieben:
expat hat geschrieben:Wenn ich nun mal als Beispiel ein Visum für mit Deutschen verheiratete thailändische Ehefrauen nehme, so finde ich auf der Webseite des Auswärtigen Amtes oder der Deutschen Botschaft gar nichts, absolut nichts. Anders bei Österreich und der Schweiz. Da wird klar gesagt, bringt dieses oder jenes mit, ihr bekommt das Visum kostenlos.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Das Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von Loso » Di 16. Dez 2008, 22:33

Ach so, ich dachte das wäre ein normales Schengen-Visum. Wenn das so einfach ist, habt ihr ja Glück.

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Re: Das Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von expat » Di 16. Dez 2008, 22:39

Loso hat geschrieben:Ach so, ich dachte das wäre ein normales Schengen-Visum. Wenn das so einfach ist, habt ihr ja Glück.
Nicht so ganz, denn was die Deutschen wollen, das ändern sie ständig, ohne dass man es irgendwo nachlesen kann.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Das Schengen-Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von OttoNongkhai » Mi 17. Dez 2008, 13:35

Wenn ich daran denke,dass die deutsche Gesetzgebung einen Deutschen dazu zwingt,eine Asiatin zu ehelichen,sonst kein Visa fuer Deutschland,dann finde ich das zum kotzen.

Also Heirat ist nicht moeglich,man will seiner Asiatin auch nicht den Laufpass geben,somit ist dann auch fuer einen Deutschen Deutschland gestorben.

Ich weiss,offtopic!!!

Gruss

Otto

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Re: Das Schengen-Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von expat » Mi 17. Dez 2008, 20:58

OttoNongkhai hat geschrieben: Ich weiss,offtopic!!!
Macht nichts, Otto, du unterbrichst ja nichts. Und außerdem bist du hier nicht im Nittaya.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Mal was Positives.

Beitrag von expat » Di 10. Feb 2009, 18:24

Da meine Frau ja nun jedes Jahr ein Schengen-Visum braucht, habe ich dieses Jahr wiederum eine Einrichtung der deutschen Botschaft als ausgesprochen positiv empfunden. Der Antrag macht nämlich kaum noch Arbeit, wenn man ihn einmal über die Webseite der Botschaft getätigt hat. Man speichert ihn dann nämlich als Datenbankdatei auf dem Computer ab und kann sie beim nächsten Antrag wieder benutzen, indem man nur das Reisedatum verändert. Das Ganze gedruckt, und schon hat man den neuen Antrag. Perfekt!
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Das Schengen-Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von expat » Mo 7. Mär 2011, 22:03

Ich weiß nicht, woher ich es habe, von der Webseite der Botschaft bestimmt nicht: Man kann ein Schengenvisum-Visum auch für einen Zeitraum von 5 Jahren beantragen. Maximale Anzalhl der Einreisen dann 10, pro Halbjahr einmal. Aber auch wenn man, wie wir, nur einmal im Jahr nach Deutschland reist, kann man sich 4 Besuche bei der Botschaft sparen. Dieser Sachverhalt wurde mir per Nachfrage von der Botschaft bestätigt.
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Styx
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Re: Das Schengen-Visum für Ehefrauen von Deutschen

Beitrag von Styx » Di 8. Mär 2011, 01:21

Das ist mir neu.
expat hat geschrieben:Ich weiß nicht, woher ich es habe, von der Webseite der Botschaft bestimmt nicht: Man kann ein Schengenvisum-Visum auch für einen Zeitraum von 5 Jahren beantragen. Maximale Anzalhl der Einreisen dann 10, pro Halbjahr einmal. Aber auch wenn man, wie wir, nur einmal im Jahr nach Deutschland reist, kann man sich 4 Besuche bei der Botschaft sparen. Dieser Sachverhalt wurde mir per Nachfrage von der Botschaft bestätigt.
Was ich dabei nicht verstehe ist, daß es um max. 10 Einreisen geht und keine Hinweise zu der jeweiligen Aufenthaltsdauer publiziert werden. Jeder kann sich ausmalen was ohne eine solche Information für Möglichkeiten gegeben sind (natürlich auch solche des Misbrauchs).
Noch ein Wort hierzu:
Loso hat geschrieben:... Von Kritik am thailändischen Personal liest man ja öfter, könnte auch an der thailändischen Denke liegen.
Egal woran es letztendlich wirklich liegt, daß das Botschaftspersonal sich nicht als Dienstleister sieht - es ist unerträglich, wenn Ehepartner von deutschen Staatsangehörigen solchen Spießrutenläufen ausgesetzt werden.
Meine Frau hatte, solange sie nur ein bis zwei mal im Jahr (für nur ca. 10 Tage) nach Deutschland wollte (und dies jeweils im Abstand von ca. 5-6 Monaten), keinerlei Probleme. Sicherheitshalber hatte ich immer eine eMail mit Informationen zu meiner Person (neben den Personalien auch den Namen des Arbeitgebers und die Tätigkeit dort - mit dem Hinwies auch eine Verdienstbescheinigung beizubringen sollte dies erforderlich sein) meiner Frau "in die Hand gegeben". (Man wollte diese aber nie einsehen.)
Beim letzten Mal erhielt ich ziemlich entrüstet ihren Anruf. Sie beklagte die herablassende, übertriebene, kontrollierende und geringschätzende Art des Botschaftspersonals. Meine Frau hatte, entgegen den Jahren zuvor, binnen zweier Monate um ein Visa ersucht. (Dies war erforderlich, weil meine Frau mich über die ersten Tage nach einer Operation "versorgen" wollte - doch auch diesmal nicht länger als 10 Tage = 1 Woche plus einem Wochenende). Es war weniger der Umstand, daß sie all die Unterlagen wie Einkommensnachweis, Nachweis über den Besitz einer Immobilie (Haus), etc., etc. zuvor, gemeinsam mit dem Antrag auf Erteilung eines Schengenvisa, eingereichen mußte - sie wurde einem Bittsteller gleich behandelt und das obwohl sie ein Recht auf die Erteilung des Visas hat. Nun verhalten sich Frauen ganz besonders extrem wenn sie von einem Vertreter des gleichen Geschlecht herablassend bedient werden - doch dem setzt eine Thai noch eins drauf. Was mich dabei persönlich betraf, das ist, daß meine Frau nicht mehr nach Deutschland kommen wollte - es sollte das letzte Mal und auch nur wegen meines Handicaps sein.
Zwischenzeitlich hat sie sich wieder etwas beruhigt, nur - auch ich bin der Meinung, daß das Auswärtige Amt und als dessen Vertreter in Thailand, die Deutsche Botschaft, ihre Mitarbeiter dahingehend zu unterweisen hat, daß diese Dienstleister, am deutschen Bürger und jenen Menschen die die Bundesrepublik Deutschland besuchen wollen, sind.
Sie sind weder Polizisten noch wird von ihnen eine andere exekutive Aufgabe abverlangt.
Das mag vielleicht noch ein Deutscher Mitarbeiter der Botschaft verstehen und so auch verinnerlichen - den dort arbeitenden Thais spreche ich aber eine solche Erkenntnis ab.
Ich glaube, jeder der in den letzten Jahren auf der Deutschen Botschaft in BKK zu tun hatte wird mir recht geben.
Styx

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