Schengen-Visum für die Ehefrau

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expat
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Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » Fr 9. Apr 2010, 13:42

Nachdem wir nun mehrere Jahre per Schengen-Visum in Europa waren ohne Versicherung oder Verpflichtungserklärung, fragte ich doch sicherheitshalber dieses Jahr wieder bei der Botschaft nach, wie denn die Bedingungen dieses Jahr so wären für Ehefrauen von Farangs, die hier leben. Und man glaubt es kaum, die Nachricht war, das stünde alles auf der Webseite. Da es da aber nicht steht, war meine Antwort, dass da nichts stünde. Daraufhin kam wieder die falsche Anwort, Ehefrauen müssten alle Unterlagen beibringen, so wie auch alle anderen Antragstellerinnen. Das geht nun jedes Jahr so, dass ich erst auf weitere Nachfragen die richtige Antwort bekomme. Deutsche Perfektion.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Visum für D

Beitrag von conny » Sa 10. Apr 2010, 15:12

Peter,
wer weiß, wen du da am Telefon hattest.

In der Botschaft arbeiten ja auch genug Thais die angelernt wurden und mit sehr überheblichem Gehabe allem Visastellern oder Anrufern deutlich vermitteln ( wollen), dass sie etwas Besseres seien und jetzt die Macht und Kontrolle über die Zukunft der Antragsteller(innen) haben.

Kleingeister :kotz:
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Re: Visum für D

Beitrag von expat » Sa 10. Apr 2010, 15:19

Nicht Telefon, sondern der ganz offizielle Weg über die Webseite der Botschaft. Da sitzt in der Tat ein Deutscher, der falsche Auskünfte gibt. Ich habe ihm jetzt geantwortet, wie es denn sein kann, dass ein Mann in seiner Positon Antworten geben könne auf Fragen, die er gar nicht beanworten könne. Ob es denn niemanden in der Nähe gäbe, den er fragen könne. Auch das Auswärtige Amt habe ich nunmehr wieder angeschrieben, ob es eventuell Absicht sei, dass man die Antragsteller im Ungewissen lasse. Im Grunde skandalös.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

conny
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Re: Visum für D

Beitrag von conny » Sa 10. Apr 2010, 16:34

Im Grunde skandalös
Ja ! Ist es.

Dann bin ich mal gespannt, was du jetzt für Antworten bekommst :biggrin:
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Re: Visum für D

Beitrag von expat » Sa 10. Apr 2010, 16:39

conny hat geschrieben:
Im Grunde skandalös
Ja ! Ist es.

Dann bin ich mal gespannt, was du jetzt für Antworten bekommst :biggrin:
Ich werde berichten.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

Somprit

Re: Visum für D

Beitrag von Somprit » Mi 14. Apr 2010, 21:41

Visum für die Lotusblume
... immer wieder dieses leidliche Problem... Visum für Deutschland ... :good: … ein nie enden wollender K(r)ampf um die Erlangung eines Visum.

Welcher "Kampf" werden einige hier fragen, aber nehmen wir doch erst mal die sich stets aus ironischer Sicht so dankbar präsentierende "Liebeskasper", diese rosaroten Brillenträger, die ja wirklich alles von Thailand wissen, besser wie so mancher hier lange lebender Expat
Doch haben sich diese "Alleswisser" mal überlegt, wie ihre von einer Einladung beglückte mandeläugige Lotusblüte schnell & problemlos zu einem Visum kommen kann?

Es ist doch allgemein bekannt, dass die Mehrzahl der üblichen, aus einer Saisonliebe entstandenen Visumanträge "kalt & herzlos" abgeschmettert wird.
Oftmals weiß der "Kasper" gar nicht, von welchem bösen Schicksal ihn eine derartige Ablehnung bewahrt hat.... :good:

Aber es muss nicht immer so sein.
Man(n), - na ja, "SIE" muss diesen harten Prüfstein der geforderten Rückkehrwilligkeit glaubwürdig belegen.

Bei unserem letzten D-Besuch vor 2 Jahren war alles recht einfach... den üblichen Visum-Antrag ausgefüllt, beim hiesigen Konsul (CNX) abgegeben und 4 Tage später war das Gewünschte vorhanden. KV bzw. Verpflichtungserklärung war nicht erforderlich, da hier auf Dauer lebend und verheiratet, somit Frau und Kinder durch die Beihilfe-VO (Beamte) abgedeckt.... :smoke:

Schwieriger könnte ich es mir schon vorstellen, wenn man(n)/Frau wegen eines Visum in BKK termingemäß antanzen muss und ggf. einem mehr oder weniger umfangreichen "Interview" Frage & Antwort stehen muss :denk:

Aus dem Ost-europäischen Konsularbereich der dortigen Botschaften {i](warum sollte es ggf. in Bangkok anders sein…)[/i] wurde mir bekannt, dass dort der nachfolgende "Fragen-Komplex" als "Hilfsmittel" herangezogen wird um eine - die eigentlich alles entscheidende Frage !! - Rückkehrwilligkeit zu belegen:

Was sind die Beweggründe für die beabsichtigte Reise nach Deutschland?
Wer oder was ist die Person, die nach Deutschland zu reisen beabsichtigt?
Wer ist die Person, die von Deutschland aus eingeladen hat ?
Sind potentielle Risiken vorhanden?
Wie hoch ist die Rückkehrbereitschaft?


Auch wenn manchmal das Gegenteil behauptet wird, aber unsere Behörden sind nicht dumm. Vor allem nicht in den Botschaften. Die riechen dort ganz schnell ob ein Braten stinkt - und reagieren entsprechend. Deshalb gibt es für das Interview eine ganz einfache Regel, die immer zum Erfolg führt aber selten geglaubt wird:
Immer bei der Wahrheit bleiben !

Pro Antrag stehen durchschnittlich nur zwei bis maximal drei Minuten zur Entscheidungsfindung zur Verfügung. Diese zwei Minuten entscheiden darüber, ob einem Antrag ohne weiteres Interview zugestimmt wird, ob Zweifel vorhanden sind die ein Interview erfordern, oder ob ein Antrag abgelehnt wird.
Das Interview wird in den allermeisten Fällen von ortsansässigen Schalterkräften geführt, da die Botschaften niemals genügend deutsche Konsulatsangestellte mit den erforderlichen Sprachkenntnissen einstellen könnten.
Allerdings wird die endgültige Entscheidung über die Gewährung eines Visums ausschließlich von einem deutschen Konsularbeamten getroffen werden!

Welche Gründe können z.B. zu einer Ablehnung führen:
Wenn der Antragsteller nicht klar darlegen kann, in welchem Verhältnis er zur einladenden Person steht, wie er seine Reisekosten deckt, wie sich ungewöhnlich lange Urlaubszeiten mit seiner Erwerbstätigkeit oder Ausbildung vereinbaren lassen, all dann wird die Botschaft mögliche Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht nicht ausschließen können und das Visum verweigern.

Beispiel Aufenthaltsdauer:
Wenn eine berufstätige Frau für zwei Monate nach Deutschland möchte wirkt das merkwürdig. Kein Arbeitgeber gibt jemanden zwei Monate Urlaub.
Viele Dinge sind miteinander verflochten und können je nach Situation und Ausgangslage positiv oder negativ sein.
Deshalb nochmal: Es gibt für das Interview nur ein Pauschalrezept: Nichts anderes als die Wahrheit zu erzählen.
Vor allem: Bei weiteren Interviews werden oftmals die gleichen Fragen gestellt. Zu oft verstricken sich die Frauen dabei in Widersprüche. Es gibt kein Märchen, das nicht schon Hunderte Male in den Botschaften erzählt wurde.
Kommt es zu einem umfangreichen Interview, ist mit folgenden Fragen zu rechnen:

- Warum möchten Sie nach Deutschland?
- Wen möchten Sie in Deutschland besuchen?
- Wer ist die Person, die Sie in Deutschland besuchen wollen?
- Woher kennen Sie sich?
- Wo und wie haben Sie sich kennen gelernt ?
- Seit wann kennen Sie sich?
- Wie sind ihre regelmäßigen Kontakte?
- Auf welcher Basis finden diese Kontakte statt?
- Was macht die Person, die Sie besuchen wollen, beruflich?
- Wie alt ist die Person, die Sie besuchen wollen?
- Wie stehen Sie zu dieser Person?
- In welcher Sprache kommunizieren Sie miteinander?
- Spricht die zu besuchende Person Thai ?
- Wie gut sind die aktuellen Deutschkenntnisse?
- Wo wurden diese Deutschkenntnisse (falls vorhanden) erworben?
- Wofür werden die Deutschkenntnisse (falls vorhanden) benötigt?
- Welche anderen Fremdsprachenkenntnisse haben Sie?
- Haben Sie ein Verhältnis mit dieser Person?
- Wie sehen Sie die Zukunft zu dieser Person?
- Möchten Sie diese Person heiraten? Falls ja: wann und wo ?
- Hat diese Person Sie schon einmal in Deutschland besucht?
- Wo und wie oft hat diese Person Sie schon in Thailand besucht?
- Kennt diese Person ihre Familie ?
- Was beabsichtigen Sie in Deutschland zu unternehmen?
- Wo werden Sie in Deutschland wohnen?
- Wie beabsichtigen Sie Ihren Unterhalt in Deutschland zu bestreiten?
- Wie bezahlen Sie die Reise?
- Welcher Berufsweg ist später beabsichtigt?
- Wie ist Ihre aktuelle berufliche Situation?
- Wie hoch sind Ihre monatlichen Einkünfte?
- Wie ist Ihre familiäre Situation?
- Haben Sie Kinder?
- Wo und wie sind Ihre Kinder während Ihrer Abwesenheit unter gebracht?
- Wo wohnen Sie?
- Wie wohnen Sie?
- Leben Sie mit anderen Personen zusammen? Falls ja: welche ?
- Waren Sie schon einmal in Deutschland? Falls ja: wann und wo ?
- Wen haben Sie bei einem früheren Besuch in Deutschland besucht?
- Waren Sie schon einmal in einem anderen Schengenstaat ? Wann und wo ?

So oder ähnlich sind ungefähr die Fragen, mit denen bei einem längeren Interview gerechnet werden muss. Wobei der Begriff ?längeres Interview? relativ ist: Für all diese Fragen benötigt ein Profi nicht mehr als maximal 15 Minuten.

Vielleicht ist aufgefallen, dass die Fragen springen, in ihrer Folge nicht thematisch aufgebaut sind. Das hat Sinn und damit ist auch bei dem Interview in der Botschaft zu rechnen. Durch schnellen Wechsel der Fragestellungen verheddert man sich viel schneller in eventuelle Widersprüche bei den Antworten.
Es müssen auch nicht all diese Fragen sein. Je nach den Umständen beziehen sich die Fragen auch nur auf einen ganz speziellen Themenkomplex, der einer besonderen Klärung bedarf. Das kann zum Beispiel sein wenn die Frau einer selbständigen Tätigkeit nachgeht, z.B. ein eigens Geschäft hat. Dann möchte man natürlich mehr über diese Tätigkeit wissen.

Anhand der gestellten Fragen kann man aber auch erkennen, das eine eventuelle Ablehnung ihren Grund nicht unbedingt in der Person der Frau hat, sondern in der Person des einladenden Mannes :ätsch:
Dieser Punkt wird bei all den Diskussionen über das Interview bzw. über Visum-Ablehnungen viel zu wenig beachtet.

conny
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Re: Visum für D

Beitrag von conny » Fr 16. Apr 2010, 23:58

Trotzdem m.E. ziemlich unsinnig.

Der Einladende verpflichtet sich doch, für alle Kosten des/der Eingeladenen aufzukommen - deshalb eine Verpflichtungserklärung. Die Verpflichtungserklärung stellen deutsche Behörden nur aus, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind ( Einkommen + Wohnraum ).
Wo ist denn da das Problem ? Es ist alles schön vermerkt + registriert und wenn ein Eingeladene(r) nicht ins Heimatland zurückkehrt, ist klar, lässt sich der Weg nachvollziehen und/oder der Staat braucht nicht auf irgendwelchen Kosten sitzenzubleiben.

Vollkommen anders also, als das vorhandene Problem mit sich illegal - d.h. ohne Einreiseerlaubnis - über die Schlupflöcher der offenen Grenzen - in Deutschland aufhaltenden Ausländern.
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Somprit

Re: Visum für D

Beitrag von Somprit » Sa 17. Apr 2010, 11:04

... grundsätzlich richtig, aber "Vorsicht mit der Porzellankiste", es gibt immer wieder Winkelzüge, welche der Einladende nicht bedacht hat, nicht damit rechnete... so wie einst ein Bekannter von mir, dessen "Eingeladene" ihm am Flughafen FRA gleich "Ade" sagte...., im Rotlicht untertauchte, ein Jahr später "aufgegriffen" wurde und der "Einlader" mit seiner abgegebenen "Verpflichtungserklärung" nicht mehr zahlungsfähig war .... die entstandenen Kosten trug der Steuerzahler....

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Re: Visum für D

Beitrag von conny » Sa 17. Apr 2010, 14:02

... das ist dann aber eher die Ausnahme als die Regel ...

Und - " heute " nicht zahlungsfähig heisst bei einem deutschen Staatsbürger nicht, dass der Staat nicht "morgen " Zugriff auf dessen Geldbörse hat, wenn da irgedwann nochmal Geld reinfliesst.
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Somprit

Re: Visum für D

Beitrag von Somprit » Sa 17. Apr 2010, 14:10

… sehen wir es doch mal so: Gerade derartige Ausnahmen schaffen die Grundlage zur Regel… und somit zum grundsätzlichen... :jau:

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