Schengen-Visum für die Ehefrau

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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » Mi 12. Mai 2010, 10:36

Der Wahnsinn hat System. Bei dieser Webseite erscheint mir die Antwort auf die erste Frage doch etwas missverständlich. Gleichzeitig mahnte ich an, dass eine Information über Schengenvisa für Ehepartner von EU-Bürgern auf der Webseite hilfreich sei. Die Antwort kam gestern:


AUSWÄRTIGES AMT
Gz.: 508-03-516.00


Sehr geehrter Herr Hennecke,

die von Ihnen zitierte Information auf der Internetseite des Auswärtigen Amts bezieht sich nur auf Visumanträge zum Zweck der Familienzusammenführung. Für Besuchsaufenthalte, die einen Zeitraum von 90 Tagen pro Halbjahr nicht überschreiten, ist das Aufenthaltsgesetz und die darin enthaltenen Regelungen zum Nachweis einfacher Deutschkenntnisse nicht einschlägig.

Für die Erteilung von Besuchsvisa an die Ehepartner von deutschen Staatsangehörigen gibt es keine besonderen Bestimmungen, es gelten die allgemeinen Regelungen des Visakodex. Entsprechend sind diesbezüglich auch keine Informationen auf der Website enthalten.
Informationen zu den im Visumantrag vorzulegenden Unterlagen erhalten Sie von der zuständigen deutschen Auslandsvertretung.

--
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Anita Conrad


Auswärtiges Amt Referat 508 (Ausländer- und Asylrecht)
11013 Berlin
Tel.: 030-1817-1787
Fax: 030-1817-51787
E-Mail: 508-03@auswaertiges-amt.de



Was mag nur dahinter stecken, dass die das Vorhandensein besonderer Regelungen dermaßen mit Händen und Füßen ableugnen, obwohl es seit Jahren praktiziert wird?
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » Mi 12. Mai 2010, 11:02

Um es noch mal zusammenzufassen.
Entsprechend jahrelanger Praxis nach den bestehenden Vorschriften gilt für Ehepartner von EU-Bürgern folgendes:

Einzureichen sind
1. Antrag
2. 2 Bilder
3. Kopie des Passes, erste Seite
4. Flugreservierung
Keine Versicherung
Keine Verpflichtungserklärung
5. Pass des Ehepartners in Kopie der ersten Seite
In Bangkok wollten sie noch meine Visumsverlängerung der Immigration als Kopie aus dem Pass.

Zudem ist die Anmeldung per Callcenter nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber empfohlen.

Das wird seit Jahren praktiziert, aber für die Herrschaften des Auswärtigen Amtes und den Leiter der
Konsular und Visa-Abeilung der deutschen Botschaft in Bangkok existiert das alles nicht.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von conny » Mi 12. Mai 2010, 12:37

Na ja - selbst wenn das seit Jahren so praktiziert wird bedeutet das nicht, dass dies gesetzlich so vorgeschrieben ist.

Ich interpretiere die seltsamen Antworten auf deine Anfragen so, dass da viel Ermessensspielraum im Spiel ist ( äähhh... welch ein Wortwitz ). :konfus:

So kenne ich das z.B. hier in Deutschland bei den KFZ Zulassungsstelen. Einige Dinge sind gesetzlich geregelt - die werden dann überall gleich behandelt - und zu einigen gibts nur empfehlungen in irgendwelchen Amtsblättern oder gängige Regelungen. Da hat dann jede Zulassungsstelle die Möglichkeit, individuell tätig zu werden ( was dann leider auch passiert ).

D.h. - du kannst scheinbar nicht Mitteilungen anderer Auslandsvertretungen als Maßstab nehmen. Du müsstest schon einen Gesetzestext finden, in dem das was du suchst konkret beschrieben ist. Gibts aber scheinbar nicht :think:
Soweit meine Erfahrungen mit Behörden :grin:
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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » Do 13. Mai 2010, 22:16

Der Typ ist unbelehrbar. Ihrig sollte lieber Irrig heißen.

Als ich vor sieben Jahren das erste Mal diese für Auswärtiges Amt und Deutsche Botschaft Bangkok schwierige Frage stellte, bekam ich zwei Antworten von zwei Personen. Eine Anwort vermeldete die Versicherung für notwendig, die andere hingegen die Verpflichtungerklärung. Als ich beide wieder zurückschickte mit der Bitte um Klärung, bekam ich zur Antwort, dass beides nicht nötig sei. Im letzten Jahr bekam ich eine Antwort, die ich nun wieder vorgelgt habe, dass beides immer noch nicht erforderlich sei. Und war es dann auch nicht. Dennoch aber wollte im letzten Jahr die Dame am Schalter beides erstmal sehen. Die erste Kontrolle wollte uns erst gar nicht reinlassen ohne diese Unerlagen. Ein ewiger Kampf um die Durchsetzung der Vorschriften.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » Fr 14. Mai 2010, 09:06

Ihrig ist eine Neuerscheinung im Amt des Leiters der Visastelle, führt aber erfolgreich weiter, was Auswärtiges Amt und (teilweise) seine Vorgänger betrieben haben. Irgendwo müssen die Vorschriften stehen, die nunmehr die deutschen Botschaften von Bogota, Hongkonk, La Paz und Schanghai wohl nicht grundlos veröffentlichen:

Bild
Daran hat sich die Botschaft seit mindestens sieben Jahren gehalten. Sogar - aber auch das nur auf Nachfrage - auf die Terminvergabe würde man verzichten.
Die kennen die Vorschriften, wollen das aber nicht zugeben. Warum? Sie ziehen es vor, als saudämlich dazustehen.

Nach allem, was wir bisher wissen, wo lässt sich dann so ein Schreiben einordnen?


Auswärtiges Amt in Berlin hat geschrieben: AUSWÄRTIGES AMT
Gz.: 508-03-516.00


Sehr geehrter Herr Hennecke,

die von Ihnen zitierte Information auf der Internetseite des Auswärtigen Amts bezieht sich nur auf Visumanträge zum Zweck der Familienzusammenführung. Für Besuchsaufenthalte, die einen Zeitraum von 90 Tagen pro Halbjahr nicht überschreiten, ist das Aufenthaltsgesetz und die darin enthaltenen Regelungen zum Nachweis einfacher Deutschkenntnisse nicht einschlägig.

Für die Erteilung von Besuchsvisa an die Ehepartner von deutschen Staatsangehörigen gibt es keine besonderen Bestimmungen, es gelten die allgemeinen Regelungen des Visakodex. Entsprechend sind diesbezüglich auch keine Informationen auf der Website enthalten.
Informationen zu den im Visumantrag vorzulegenden Unterlagen erhalten Sie von der zuständigen deutschen Auslandsvertretung.

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Anita Conrad


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Wer den ganzen Thread liest, bekommt es mit: Dahinter muss Absicht stecken.
So blöd kann man gar nicht in deutschen Ämtern sein.
Fragt sich nur, zu welchem Zweck.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

Somprit

Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von Somprit » Sa 15. Mai 2010, 10:44

Henk hat geschrieben: ...Dabei mag es wohl insbesondere darum gehen, seinem Gegenüber klar zu machen, dass man trotz und wegen seiner schlichten Dummheit, am längeren Hebel sitzt, und diesen auflaufen zu lassen versteht.Jede Hinterfragung wird als Anschlag auf die Würde des ausgeübten Amtes gedeutet.
Bis über die 80ger Jahre hinaus, war das immer noch die allgegenwärtige, primitive Spielart bei den deutschen Behörden, und insbesondere bei den kleinen Beamten, mit der Grundaussage: "Wir hier oben (groß und schön), du da unten (klein und hässlich)!"...

Als häufigstes "Argument" fiel dabei der Satz: "Jaaaa, da könnte ja jeder kommen!" :clap: ...
... nun ich würde behaupten, dass sich seit den 80ger Jahren da wenig bis nichts geändert hat, und Du es gut zum Ausdruck gebracht hast!

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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » Sa 15. Mai 2010, 14:30

Hier ist die Antwort, warum Ehepartner bevorzugt werden. Man koennte sagen, wir haben nach europaeischem Recht ein Anrecht darauf, dass unsere Frauen uns begeleiten koennen: http://www.info4alien.de/cgi-bin/forum/ ... 1273811837
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

Somprit

Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von Somprit » Mo 17. Mai 2010, 12:17

expat hat geschrieben:Hier ist die Antwort, warum Ehepartner bevorzugt werden. Man koennte sagen, wir haben nach europaeischem Recht ein Anrecht darauf, dass unsere Frauen uns begeleiten koennen: http://www.info4alien.de/cgi-bin/forum/ ... 1273811837
... nun dann sollte dies mal jemand austesten, dem/der Visum-Sachbearbeiter/innen vorlegen.... sie werde sich freuen und verstärkt prüfen... :pst: ... einen Grund zur erneuten Vorsprache finden....

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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » Di 18. Mai 2010, 14:04

Die europäische Gemeinschaft äußert ich zum Thema folgendermaßen. Vielleicht hat ja der Eine oder Andere Lust, sich die Links mal reinzuziehen. Ich zurzeit nicht:

Unionsbürger und ihre Familienangehörigen genießen grundsätzlich das Recht, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten. Dies regelt die Richtlinie 2004/38/EG, die im Übirgen auch bestimmt, an welche Voraussetzungen Aufenthalte geknüpft sind, die über drei Monate hinausgehen, und inwiefern das Daueraufenthaltsrecht aus bestimmten Gründen beschränkt werden darf.

Von drittstaatsangehörigen Familienangehörigen von Unionsbürgen kann für die Einreise in einen Mitgliedsstaat dann ein Visum verlangt werden, wenn dieser eine visumpflichtige Staatsangehörigkeit nach Anhang I der EU-Visumverordnung hat. Die erforderlichen Visa sind gebührenfrei auszustellen. Das Recht auf die visumfreie Einreise wurde jedoch durch die Richtlinie 2004/38/EG auch auf an sich visumpflichtige Familienangehörige (Drittstaatsangehörige) von EWR-Bürgern, die ihr Recht auf Freizügigkeit wahrnehmen, erweitert.

Bei Vorliegen einer Aufenthaltskarte nach Artikel 10 der Richtlinie und unter der Bedingung, dass die Reise entweder gemeinsam mit dem EWR-Bürger erfolgt oder diesem nachgefolgt wird, können Familienangehörige ohne zusätzliches Visum in jeden anderen EWR-Mitgliedstaat einreisen.
Für den anschließenden Aufenthalt benötigen die freizügigkeitsberechtigten Familienangehörigen ohnehin keinen Aufenthaltstitel oder Visum. Die Aufenthaltskarte begründet kein Aufenthaltsrecht, sondern dient nur zu dessen Nachweis, sie ist deshalb vom Charakter her nicht mit einem Aufenthaltstitel oder Visum, sondern eher mit einer Meldebescheinigung zu vergleichen.

Weitergehende Informationen erhalten Sie unter:

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/Lex ... 123:DE:PDF

http://www.aufenthaltstitel.de/stichwor ... linie.html

Mir freundlichen Grüßen

Ihr Wegweiserdienst
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Schengen-Visum für die Ehefrau

Beitrag von expat » So 30. Mai 2010, 12:01

Kommst du dazu und gibst dich als Ehemann zu erkennen - vielleicht noch mit der Behauptung, dass heutzutage keine Ttickets mehr ausgegeben werden, sondern nur noch elektronisch gebucht wird und ihr gemeinsam wieder zurückfliegt - dann geht das schon in Ordnung.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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