Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Somprit

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Somprit » Mi 8. Jun 2011, 10:06

... nun, so ganz erschließen sich mir Deine Worte - Styx - doch nicht.... :denk: ... denn im Schengener-Raum wird wohl für einen Zuzug generell von den gemeinsamen Richtlinien der EU ausgegangen... wie es da für einen Rückwanderer aus Thailand mit seinem Anhang einfacher werden soll, erschließt sich mir nun nicht ... :konfus: ... EU-Ausland ... was soll das sein... EU schließt die alte, kalte Heimat Deutschland ein... meinst Du "Drittländer" ...?

Aber vielleicht bin ich ja derzeit etwas "angeschlagen" erfasse manches nicht richtig... :cry:

Styx
Beiträge: 305
Registriert: Mi 12. Jan 2011, 15:08

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Styx » Do 9. Jun 2011, 17:59

"Somprit"
Also, die in Deutschland erteilte "Aufenthaltserlaubnis" (bitte kritisiere nicht den exakten Terminus - diese kann selbstverstaendlich nachgereicht werden - kostet mich aber Recherchezeit) verfaellte nach einer Abwesenheit von > 6 Monaten (wenn nicht vor der Ausreise eine entsprechende Vereinbarung mit dem Auslaenderamt getroffen wurde) - haelt man sich jedoch fuer gewoehnlich im EU-Ausland (die Freizuegigkeit bei der Wahl des Wohnortes innerhalb der EU macht dies moeglich) auf und bleibt dann von dort aus einem EU-Staat fern, dann gelten andere, laengere Zeiten.
Liege ich damit falsch?
Styx

P.S.
Richtig - auch fuer mich heisst EU, einschliesslich Deutschland und aus deutscher Sicht ist ein EU-Ausland ein Staat der EU und damit schon auch Ausland (aber mit der EU angehoerig).

Somprit

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Somprit » Fr 10. Jun 2011, 09:16

Styx hat geschrieben: Also, die in Deutschland erteilte "Aufenthaltserlaubnis" (bitte kritisiere nicht den exakten Terminus - diese kann selbstverstaendlich nachgereicht werden - kostet mich aber Recherchezeit) verfaellte nach einer Abwesenheit von > 6 Monaten (wenn nicht vor der Ausreise eine entsprechende Vereinbarung mit dem Auslaenderamt getroffen wurde) - ...
... zum denkbaren Erlöschen einer Niederlassungserlaubnis hier mal rein sehen: http://www.jena.de/sixcms/detail.php?id ... 1&_lang=de
Styx hat geschrieben: P.S.
Richtig - auch fuer mich heisst EU, einschliesslich Deutschland und aus deutscher Sicht ist ein EU-Ausland ein Staat der EU und damit schon auch Ausland (aber mit der EU angehoerig).
... nun da habe ich wohl eine andere Sicht, denn für mich gibt es ausländerrechtlich keinen Unterschied, ob Spanien-Italien oder Deutschland... es ist und bleibt EU-Land, in welchem der EU-Visa-Kodex mit allen seinen Möglichkeiten bindend ist!

Styx
Beiträge: 305
Registriert: Mi 12. Jan 2011, 15:08

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Styx » Fr 10. Jun 2011, 11:24

"Somprit"
...ja, ja, ich moechte Dir bei Deiner Interpretation von EU-Ausland...
Somprit hat geschrieben: ...
Styx hat geschrieben: P.S.
Richtig - auch fuer mich heisst EU, einschliesslich Deutschland und aus deutscher Sicht ist ein EU-Ausland ein Staat der EU und damit schon auch Ausland (aber mit der EU angehoerig).
... nun da habe ich wohl eine andere Sicht, denn für mich gibt es ausländerrechtlich keinen Unterschied, ob Spanien-Italien oder Deutschland... es ist und bleibt EU-Land, in welchem der EU-Visa-Kodex mit allen seinen Möglichkeiten bindend ist!
...nicht wiedersprechen (solange wir letztendlich das Gleiche meinen).
Nur dafuer bedurfte es Deinerseits auch keinen Einwand (Widerspruch).
Die deutschen Auslaenderbehoerden handeln aber zuallererst nach den Vorgaben ihres Dienstherrn und erst bei Widerstand seitens eines eventuell Benachteiligten billigt man jenen auch die EU-Visa-Handhabungsvorschrift zu - u.a. deshalb, weil sie der internen deutschen, uebergeordnet ist.
Styx

Somprit

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Somprit » Mi 22. Jun 2011, 13:58

Styx hat geschrieben: ...Die deutschen Auslaenderbehoerden handeln aber zuallererst nach den Vorgaben ihres Dienstherrn und erst bei Widerstand seitens eines eventuell Benachteiligten billigt man jenen auch die EU-Visa-Handhabungsvorschrift zu - u.a. deshalb, weil sie der internen deutschen, uebergeordnet ist. ...
... um dann trotzdem von IHREM Ermessensspielraum Gebrauch zu machen :biggrin: ... siehe Interpretation des sehr beliebten Visum-Ausschlusses der Rückkehrbereitschaft... ... da nützt auch der noch so gute Visa-Kodex nix ... :denk:

Styx
Beiträge: 305
Registriert: Mi 12. Jan 2011, 15:08

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Styx » Mi 22. Jun 2011, 19:06

Ja, dem ist leider so - wie ich an anderer Stelle und von Betroffenen zu lesen bekam.
Wie kann man sich dieser sanktionierten "Willkuer" von Mitarbeitern staatlicher Stellen erwehren?
Styx

Somprit

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Somprit » Do 23. Jun 2011, 00:16

...Willkür.... ich würde sagen, das ist ein großzügig, oder sollte ich sagen: sehr eng ausgenutzter Ermessensspielraum seitens der Visa-Entscheider.... :biggrin:

Erwehren .... tja, da bleibt nur ein nahezu von einem Misserfolg gekrönter Weg über das Verwaltungsgericht :denk: ... dauert lange und führt unter dem Strich – i. d. R. doch zu nichts .... :think:

Styx
Beiträge: 305
Registriert: Mi 12. Jan 2011, 15:08

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Styx » Do 23. Jun 2011, 10:31

Somprit,
ist dem...
Somprit hat geschrieben:... dauert lange und führt unter dem Strich – i. d. R. doch zu nichts .... :think:
...wirklich so?

Hast Du jemals gehoert, dass ein Verwaltungsgericht die Entscheidung einer Behoerde korrigierte und darauf folgend finanzielle "Wiedergutmachung, Schadensersatz oder Schmerzensgeld" ueber einen privaten Prozessweg erstritten wurde?

Einen solchen Rechtsstreit soll sich (meines Wissens) ja jetzt im schottischen Hochland anbahnen - wo einer (noch-)Ehefrau eines EU-Buergers die Einreise in die EU verweigert wurde. Dort wurde bereits gerichtlich entscheiden, dass die Zurueckweisung bzw. die Versagung eines Einreisevisas Unrecht war und nun verklagt diese Thailaenderin die (Einwanderungs-(?)Behoerde auf Schadensersatz.
Natuerlich gibt es hierzu genauere Details, aber als Rahmen stimmt das was ich oben schrieb.
Styx

Somprit

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Somprit » Sa 2. Jul 2011, 11:11

... mein beschränktes Wissen auf Verwaltungsgerichtsverfahren ist sicher begrenzt... aber wirkliche Erfolgsaussichten sind sehr rar gesät bzw. stellten sich nach sehr langer Prozessdauer nicht ein!

Im Übrigen wage ich zu bezweifeln, dass man ein Visum im Wege einer Verwaltungsgerichtsklage "erzwingen" kann... :ätsch: ... denn es liegt in der Hoheit des Staates ob er es erteilt!

Wenn Du allerdings von einer (noch)-Ehefrau ausgehst und ich mir die Bestimmungen aus dem Visa-Handbuch/dem Visa-Kodex ansehe... nun ja...Erfolg dürfte sie haben... zur Einreise :good: ... aber auch zu einem finanziellen Schadensersatz/Schmerzensgeld... :konfus:

Styx
Beiträge: 305
Registriert: Mi 12. Jan 2011, 15:08

Re: Vorsicht bei der 90-Tage-Gesichtskontrolle

Beitrag von Styx » Di 5. Jul 2011, 18:12

Es snd nur wenige Stunden her, dass ich mich auch persoenlich von der "Headline" dieses threads angesprochen fuehlen kann/muss.
Doch der Reihe nach.
Heute frueh gings zur Immigration at Chiang Wattana, BKK.
Geplant war, mein "Non-Immigrant - O - Visa" um 30 Tage verlaengern zu lassen. Ich moechte Anfang August wieder nach Deutschland zurueckflegen. Die Insider werden sich bei dem obigen Vorhaben ein Laecheln nicht verkneifen koennen, aber ich dachte, dass es wie zuletzt mit einem "60Tage-Touristen-Visa" das gleiche Prozedere bedarf um die gewuenschten 30 Tage Verlaengerung zu bekommen. Nur, damit war's leider nichts.
Ein Non-Immigrant-O-Visa kann nicht um 30 Tage verlaengert werden - max. werden 7 Tage genehmgt (1.900 Baht).
Damit war fuer mich eigentlich schon klar, dass ich noch heute, spaetestens aber Morgen einen "Rundflug" in irgend ein anderes Land zu starten habe. Bei der Rueckkehr gaebe es dann die gewuenschten weitere 30 Tage on arrival am Flughafen - doch dies ist nun den meisten wieder bekannt.
Im Gespraech mit dem Immigrantion Officer (uebrigens eine mal wirklich nette Dame, Anfang Vierzig, wuerde ich sagen) empfahl diese mir noch ein Jahresvisum zu beantragen. Aufgrund meines Alters kaeme dies ohne weiteres in Frage. Ein kleines Frage-/Antwort-Spielchen und schon wusste ich was ich zu machen habe.

Ergaenzend sei dazu gesagt, dass ich aufenthaltsrelevante Papiere grundsaetzlich zusammen aufbeware und diese auch mit mir fuehre wenn ich diesbezueglich (wie hier bei der Immigration) unterwegs bin. In den letzten drei Monaten wurden mir meine Gehaltsmitteilungen (ich befinde mich in Altersteilzeit und damit bin ich auch immer noch ein Mitarbeiter meines deutschen Arbeitgebers) von zu Hause nachgesendet. Alle drei hatte ich mit dabei, zeigte aber nur die letzte vom Juni diesen Jahres. Die Dame vom Immi-Office warf einen Blick auf das Einkommen, tippte die Zahle in einen Taschenrechner und gab mir zu verstehen, dass ich mit diesem Einkommensnachweis zur deutschen Botschaft gehen soll und mir dies bestaetigen lassen. Auch liess sie mich eine Vorlage einsehen, damit ich auch nach der korrekten "Form" fragen kann. Laege dieses Zertifikat (zusammen mit den bereits vorgelegten Unterlagen) bei ihr vor, dann koennte ich ohne Probleme ein Jahresvisum erhalten.

Ich machte mir absolut keine Hoffnung - es war ca. 10:00h und dass ich auf der Botschaft noch am gleichen Tag ein "Papier" ausgestellt bekaeme, hielt ich fuer ausgeschlossen.

Ich irrte mich wieder. (Schon auf der Fahrt zurueck besprach ich mich mit meiner Frau, dass ich am Nachmittag, im Internet, nach Fluegen in ein benachbartes Land suchen wuerde um dann noch heute Abend, spaetestens jedoch aber Morgen, fliegen zu koennen.)

Bei der deutschen Botschaft angekommen - ein erstes Aufkommen an Aerger (ich bin ja durch die vielen Negativerfahrungen anderer Deutscher bei ihren Gaengen auf die deutsche Botschaft, etwas "geschaerft" oder sollte ich sagen "uebersensibilisiert"?) - der Mann, der die "dran-komm-Nummer" ausgibt war nicht da. Nach zwei Minuten warten (die koennen uebrigens lang sein) fragte ich die Mitarbeiter an der Eingangsschleuse, ob den niemand da sei und im selben Moment zeigte sich aber die Nase des Gesuchten. Ich bekam eine Nummer und ging hoch in den Wartebereich um auf den Aufruf meiner Nummer zu warten.
Die Nummer, die ich bekommen hatte, passte nun ganz und gar nicht zu jenen die da staendig auf den Anzeigetafeln erschienen. Das machte mich etwas unruhig und ich ging auf die Suche nach einer alterativen Anzeige mit Nummernbereiche wie ich sie hatte. Da wurde ich auch schon wieder gestoppt - so einfach herumlaufen wie man will gibt's da nicht, aber auch gut, denn ich bekam den Hinweis auf ein anderes Gebaeude. Ich lief los und betrat nach ein paar Metern das Gebaeude Nr. 3 und sah sogleich auch schon meine Nummer aufgerufen. Hin zum Schalterbeamten (ein Deutscher, im Rang eines Attache) - kurze Info zu meinem Vorhaben und Einsicht in meine Einkommensmitteilungen und schon sagte dieser: "Kein Problem, dauert aber zwei Minuten". Ich war fassungslos - und das sah mir dieser sicherlich an. Ich erwiderte, dass er fast alle Zeit der Welt dafuer habe (gut nur waere, wenn ich es noch vor 15:00h bekaeme - es war derweilen 11:45h - dann wuerde es mir auch noch fuer einen erneuten Besuch auf der Immigration reichen.
Was soll ich sagen - 2-3 Minuten spaeter rief mich der Attache auf (der Name ist mir bekannt, moechte ihn aber an dieser Stelle nicht publik machen - aber Danke, das sage ich gerne noch einmal!) und ich erhielt das gewuenschte Zertifikat - natuerlich waren zuvor die 880 Baht fuer die Ausstellung desselben zu begleichen.
Hier nun einen kleinen Sprung - 13:30h wieder bei der Immigration at Chiang Wattana (zwischen 12:00h und 13:00h hat man dort Mittagspause und dann geht dort gar nichts - aber auch verstaendlich). Direkt durchgegangen zur Ausgabe der Wartenummer - Unterlagen vorgezeigt und dann sich wieder in die Warteschlange (und diese war diesmal wirklich riesig) eingereiht. Wir taten dies nicht ganz ohne Absicht - wir setzten uns auf "Sichtlinie" zur Dame, die uns die Empfehlung mit dem Jahresvisum gab - wir wollten uns damit still bemerkbar machen, was letztendlich auch funktionierte. Nach einer Weile (und bestimmt im Vorgriff auf mehr als 20 Nummern) rief sie nach uns und wir gaben unsere Unterlagen noch einmal zur Kontrolle ab.
Fuenf Minuten (1,900 Baht leichter und ein Foto fuer den Computer) spaeter wurden wir weitergereicht zur Chefin, die die Unterlagen nochmals gegenzeichnete und damit war ich im Besitz eines 1-Jahresvisum (Retirement).

Dem nun nicht genug - es sollte/musste eins mit Multiple-Entry sein.
Das Prozedere ging von vorne los - nahezu identisch wie fuer das Visa an sich nur die Bezahlung und die Entraege werden an anderer Stelle (Schalter) vorgenommen - auch ist kein Einkommensnachweis erforderlich, sondern nur die Kopien des Passports, der Pass selbst und der neue (entsprechende) Antrag. Kosten 3,800 Baht und weitere 45 Minuten Zeit.

Damit gehoere ich nun zu jenen die sich in TH mit einem NON-IMM und RE-ENTRY PERMIT aufhalten und sich ggf. alle 90 Tage auf der Immigration zu melden haben.
Die in meinen Pass eingeheftete "Notice" besagt, dass mindestens 5,000 Baht und zusaetzlich mindestens 200 Baht fuer jeden Tage overstay zu bezahlen sind - nichts von Kulanztagen oder anderen Alternativen der Bestrafung.

Styx

Antworten