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Beitrag von expat » Do 13. Sep 2007, 23:05

Das habe ich mal einem Forenverwalter geschrieben. Nun
muss ich mich wohl dran halten.

Für mich bedeutet zwischenmenschliche Kommunikation,
wenn sie „Spaß“ machen soll, dass beide Seiten davon
überzeugt sind, dass sie gleichberechtigt sind. Das bedeutet,
dass der andere eventuell Recht haben könnte. Das Recht
und die Wahrheit kennt keine Ämter, jedenfalls im idealen
Sinne.
Wenn sich einer eine Plattform bastelt, die ihm das
Recht verleiht, nunmehr zu bestimmen, was Recht und was
Wahrheit ist, so kann er damit nicht lange glücklich werden.
Er hat dann vielleicht drei Jahre „Spaß“, und dann sollte er
aber auch einsehen, dass da was schief gelaufen ist.
Die Voraussetzungen waren einfach falsch.
Autoritäres Verhalten ist einfach so furchtbar stressig,
dass der Spaß schnell aufhört.
Als Lehrer, der ich ja mal war, habe ich mich auch an Obiges
gehalten und hatte dadurch sehr viel weniger Stress als meine
autoritären Kollegen.
Ich sehe in jedem Menschen erst mal eine gleichberechtigte
wichtige Person, ob sie groß oder klein, dumm oder klug ist.
Auf der anderen Seite hatte ich immer Probleme mit leeren
formalen Autoritäten, wie Lehrern, Vorgesetzten und
Forenadministratoren, wenn sie kein offenes System hatten. Was
ein offenes System ist , habe ich oben beschrieben, jeder hat die
gleichen Rechte.
Es gehört zur geistigen Hygiene, meine ich, dass man seine
Handlungen als Möglichkeiten, nicht aber als gesetzmäßig und
zwanghaft ansieht. Man hätte vielleicht auch anders handeln
können. Das setzt voraus, dass man auch darüber reflektiert und
nachdenkt, wieso was wozu geführt hat.

Neu hinzugekommen ist die leidige und teils leidvolle
Erfahrung, dass in den Foren Menschen auftauchen, die
nicht kommunizieren, sondern stören wollen. Denen
widme ich ja schon an anderer Stelle ein paar Bemer-
kungen.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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Re: Führungsstil

Beitrag von expat » Fr 6. Mär 2009, 11:17

Dem ist nunmehr hinzuzufügen, dass ein Verhalten, wie oben beschrieben, gar nicht mal so leicht ist. Die Schwierigkeiten liegen teils in der eigenen Person, teils in der neuen Rolle, aber auch in widrigen Umständen, die von außen kommen. Dazu kommt aber auch der Umstand, dass offensichtlich viele Forenteilnehmer sich ständig gedemütigt fühlen. Was immer ich mache, mein eigenes Tun wird nicht als gleichberechtigt und diskussionsfähig aufgefasst, sondern als Diktat. Wie lange schon besteht dieser Thread! Aber niemand scheint dazu was zu sagen zu haben. Einschnappen scheint die bessere individuelle Lösung zu sein.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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