Ergo bibamus

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Ergo bibamus

Beitrag von expat » So 5. Feb 2012, 16:58

Ergo bibamus!

Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun,
Drurn, Brüderchen! Ergo bibamus.
Die Gläser, sie klingen, Gespräche, sie ruhn,
Beherzigen Ergo bibamus.

Das heißt noch ein altes, ein richtiges Wort,
Es passet zum ersten und passet so fort,
Und schallet ein Echo vorn festlichen Ort,
Ein herrliches Ergo bibamus.

Ich hatte rnein freundliches Liebchen gesehn,
Da dacht ich mir; Ergo bibamus.
Und nahte mich traulich, da ließ sie rnich stehn;
Ich half mir und dachte: Bibamus.

Und wenn sie versöhnet euch herzet und küßt,
Und wenn ihr das Herzen und Küssen vermißt,
So bleibet nur bis ihr was Besseres wißt,
Beim tröstlichen Ergo bibamus.

Mich ruft mein Geschick von den Freunden hinweg;
Ihr Redlichen! Ergo bibamus.
Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck;
Drum doppeltes Ergo bibamus.

Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt,
So bleibt für den Heitern doch immer gesorgt,
Weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt;
Drum, Bniderchen! Ergo bibamus.

Was sollen wir sagen zum heutigen Tag!
Ich dächte nur: Ergo bibamus.
Er ist nun einmal von besonderem Schlag
Drum immer aufs neue: Bibamus.

Er führet die Freude durchs offene Tor,
Es glänzen die Wolken, es teilt sich der Flor
Da scheint uns ein Bildchen ein göttliches, vor;
Wir klingen und singen: Bibamus.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

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