Atomenergie

Waitong

Re: Atomenergie

Beitrag von Waitong » Mo 14. Mär 2011, 18:24

MooHo hat geschrieben:Menschen wollen ihren Lebensstandard verbeßern, dazu ist Energie nötig. Der Bedarf ist so groß, daß er nicht aus konventionellen und regenerativen Quellen gedeckt werden kann.
Das muesste man ernsthaft durchrechnen.

In Ami-Land wird ungeheuer Energie verschwendet. Wir brauchen keine AKW's, da stecken andere Ambitionen hinter :smoke: .

Waitong

Re: Atomenergie

Beitrag von Waitong » Mo 14. Mär 2011, 22:20

Sieben deutsche Meiler sind verzichtbar

Der langjährige Branchenexperte Mycle Schneider braucht einen knappen Satz, um die Zukunft der Atomenergie zu beschreiben: "Das war's."

>>> http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 52,00.html

Somprit

Re: Atomenergie

Beitrag von Somprit » Di 15. Mär 2011, 10:40

... nun bevor mein für heute 08.00 Uhr angekündigter Elektrizität-Entzug kommt, schnell ein
Up-Date der Deutschen Botschaft in Bangkok...


Im AKW Fukushima in Japan wird weiter darum gekämpft, die schwerwiegenden Folgen des Erdbebens auf die Reaktoren unter Kontrolle zu bekommen. Verläßliche Angaben über das Entweichen radioaktiver Strahlung und die Auswirkungen auf Japan und die Pazifikregion gibt es weiterhin nicht. Das thailändische Office of Atoms for Peace hat eine Entwarnung für Thailand gegeben. Die unter folgendem link veröffentlichte Wetterkarte: http://www.accuweather.com/blogs/news/s ... cident.asp läßt erkennen, wie sich radioaktive Strahlung unter den gegebenen Wetterbedingungen verbreiten können. Die Botschaft verweist außerdem auf die website des deutschen Ministeriums für Umweltschutz und Reaktorsicherheit: http://www.bmu.bund.de
Dort werden alle Fragen im Zusammenhang mit dem Unglück in Japan ausführlich erläutert und beantwortet.
Dr. Hanns Schumacher
Botschafter

... das ist der Vorteil, in der "Deutschenliste" https://service2.diplo.de/elefandextern ... 2920EEFD4C registriert zu sein :good:



..und etwas mehr über die Folgen einer Verstrahlung ...

Die Störfälle in Japans Atomkraftwerken sorgen weltweit für Besorgnis, Erinnerungen an den Super-GAU von Tschernobyl werden wach.

...wo ich einst in Minsk liebe Freunde für immer verlor, da sie wenige Tage nach dem dortigen Super-Gau nach Tschernobyl "abkommandiert" wurden ... zum späteren schnellen Sterben .... :günter:

Die zentralen Fragen damals wie heute:
Wie schadet radioaktive Strahlung dem Körper, wie kann man sich schützen?

Der Feind ist unsichtbar. Er kommt über die Luft, schleicht sich durch undichte Ritzen in den Fenstern und Türen, der Mensch atmet die Luft ein, kann nicht zwischen guter und schlechter Luft unterscheiden.
Nach dem Inhalieren breiten sich die gefährlichen Partikel im Körper aus. Auch über die Haut können sie in den Körper gelangen. Dann lagern sie sich im Gewebe an und entfalten ihre zerstörerische Kraft.
20 Jahre nach dem Unfall in Tschernobyl verzeichnen die am meisten betroffenen Regionen einen Anstieg der Krebskranken um 40 Prozent.
Das, was dem Körper so zu schaffen macht, sind aber nicht die radioaktiven Partikel selbst. Es ist die sogenannte ionisierende Strahlung, die von ihnen ausgeht. ...

So kann ionisierende Strahlung wichtige Enzyme funktionsunfähig machen oder ganze Zellbausteine zerstören - sind die Schäden zu groß, stirbt die Zelle. Aber auch das Erbgut ist für ionisierende Strahlung anfällig. Werden aus dem DNA-Molekül Elektronen herausgeschlagen, kann das zu Veränderungen der Erbinformation führen, die bei der nächsten Zellteilung an die Tochterzellen weitergegeben werden. Je größer die Schäden an der DNA sind, desto höher ist langfristig das Risiko für Krebs....

Bei einer Katastrophe wie etwa in Tschernobyl stoßen diese natürliche Schutzfunktionen jedoch an ihre Grenzen. Am stärksten betroffen waren die Liquidatoren von Tschernobyl, jene Hunderttausende von Menschen, die die Aufräumarbeiten nach dem Reaktorunfall verrichten mussten. Schätzungen zufolge sind allein in Russland 25.000 von ihnen bereits verstorben. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde starben 56 Menschen sofort. Die meisten von ihnen an den Folgen der Strahlenkrankheit, die akut nach einer zu hohen Strahlenbelastung auftritt.

Die Strahlenkrankheit kann bei einer kurzfristigen Belastung von 0,25 Sievert auftreten. Das sind 250 Millisievert. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Belastung aus der Umwelt beträgt nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) derzeit etwa 2,1 Millisievert pro Jahr. Eine Kurzzeitbelastung von vier Sievert gilt als tödlich.

Erste Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen

Die Strahlenkrankheit hat viele Gesichter. Wie schwer sie ist, hängt davon ab, welches Gewebe wie stark von der Strahlung betroffen ist. Erste Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sie treten wenige Stunden nach dem Beschuss des Körpers mit der Strahlung auf. ..

... Wie qualvoll eine akute Strahlenkrankheit enden kann, zeigen die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki und die Tschernobyl-Katastrophe. Haarausfall, unkontrollierte Blutungen, ein zerstörtes Knochenmark, Koma, Kreislaufversagen und andere dramatische Auswirkungen können den Tod bringen.

Was aber, wenn keine unmittelbaren Folgen auftreten? Dann ist die Gefahr immer noch nicht gebannt, denn Risiko von Spätfolgen erwarten Strahlenmediziner schon ab einer Dosis von 0,2 Sievert. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit von DNA-Schäden, die der Körper nicht mehr reparieren kann, so hoch, dass im Laufe der Jahre Krebs entstehen kann.

Die bekannteste aller Spätfolgen ist Blutkrebs, die Leukämie:

Die Radionuklide Strontium 90 und Cäsium 137 lagern sich in das Knochengewebe und sorgen so ein erhöhtes Krebsrisiko...
Dieses ist besonders empfindlich, denn im Knochenmark läuft die Bildung neuer Blutkörperchen ab. Kommt ionisierende Strahlung ins Spiel, kann die Blutkörperchenbildung außer Kontrolle geraten und zu Leukämie führen. ..

Bei diesen Folgen ist der Mensch so gut wie machtlos. Er kann lediglich versuchen, die Strahlenbelastung durch ausreichend Abstand zur Strahlenquelle so gering wie möglich zu halten...

So gut wie machtlos sind Menschen gegenüber der Substanz Plutonium 239. Meldungen zufolge könnte auch diese Substanz aus dem Fukushima Reaktor entwichen sein, da im Reaktor 3 des Kraftwerks seit einigen Monaten sogenannte Mischoxid-Brennelemente eingesetzt wurden, die auch Plutonium enthalten. Es reicht, 40 Milliardstel Gramm davon zu inhalieren, um eine akute Strahlendosis von 15 Millisievert im Körper zu verursachen. Dann kommt es zu einer schweren Strahlenkrankheit, die innerhalb weniger Tage tödlich endet. Dafür hat radioaktives Plutonium einen entscheidenden Vorteil: Es gehört zu den Alphastrahlern. Das heißt, die Strahlung des Plutoniums reicht in der Luft nur einige Zentimeter weit und wird zum Beispiel schon von einem Blatt Papier oder von Stoffhandschuhen vollständig zurückgehalten.

Iod-Tabletten schützen - wenn sie rechtzeitig eingenommen werden

Etwas besser kann sich die Bevölkerung vor den Folgen durch Iod 131 schützen - mit Kaliumiodidtabletten, ...
Geschützt ist man aber durch Iod-Tabletten nur, wenn man sie rechtzeitig einnimmt, also vor der Kontamination und in ausreichenden Dosen.
Auf diese Weise ist die Schilddrüse mit Iod abgesättigt und lagert kein weiteres, radioaktives Iod ein. ...
Auszugsweise aus: http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 63,00.html

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Re: Atomenergie

Beitrag von expat » Di 15. Mär 2011, 12:05

Na, aber Gott sei Dank ist die Atomtechnologie ja sicher. Und das Problem der Endlager
wird irgenwann sicher auch noch gelöst, wenn auch nicht mehr zu unseren Lebzeiten.
:Lach:
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

Somprit

Re: Atomenergie

Beitrag von Somprit » Mi 16. Mär 2011, 13:57

... nun ja, Buddha scheint meine Gebete erhört zu haben: "Gib den Freien nie ein AKW"! ... etwas, was ja wohl m. W. für das Jahr 2.563 konkret angedacht war ... :günter: :diablo:

Der ansonsten als "Scharfmacher" verschriene Stellvertreter des Premier, Khun Suthep stoppt alle Pläne ... :good: http://www.bangkokpost.com/breakingnews ... -nuke-plan

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Re: Atomenergie

Beitrag von expat » Do 17. Mär 2011, 08:29

Nur prinzipielles Denken kann das Problem lösen. "Was schief gehen kann, geht schief." Des-
halb kann die einzige Konsequenz nur die sein, die ich als denkender Mensch seit ungefähr
fünfzig Jahren für mich gezogen habe: Technologien, die ein zu großes Gefahrenpotential
mit sich bringen, muss der Mensch meiden. Ebenso ist es sinnlos, sich ein Haus am Fuße
eines Vulkans zu bauen.
Allein der Umstand, dass der Abfall eine Million Jahre gefährliches Material bleibt, müsste
denkende Menschen von dieser Technologie abhalten.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

Waitong

Re: Atomenergie

Beitrag von Waitong » Do 17. Mär 2011, 09:17

expat hat geschrieben:Allein der Umstand, dass der Abfall eine Million Jahre gefährliches Material bleibt, müsste
denkende Menschen von dieser Technologie abhalten.
Wir haben zu wenige denkende Menschen und diejenigen die denken werden nicht verstanden...

Gesten habe ich mir DW-TV angeschaut...


Menschen bei Maischberger

Die Geister, die wir riefen: Atomkraft außer Kontrolle?

Gäste:

Erhard Eppler (SPD), Atomkritiker
Erwin Huber (CSU), früherer bayrischer Staatsminister

Richard David Precht, Philosoph und AKW-Gegner

Jan Fleischhauer, "Spiegel"-Autor und AKW-Befürworter
Ralf Güldner, Präsident Deutsches Atomforum
Wolfgang Renneberg, Nuklearexperte
Hans-Jürgen Biersack, Strahlenmediziner
Ines Karschöldgen, deutsche Journalistin, Tokio

Per Schalte aus Japan:
Antonia Scheidel, deutsche Studentin im Tsunami-Gebiet


Richard David Precht ist mir sehr positiv aufgefallen, mit seinen Kommentaren, er ist ein klarer Denker.

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Re: Atomenergie

Beitrag von expat » Do 17. Mär 2011, 09:32

Waitong hat geschrieben: Erwin Huber (CSU), früherer bayrischer Staatsminister
Eine totale Fehlbesetzung.

Die Sendung war mal wieder eine typische Maischberger-Sendung.
Einseitig besetzt mit Befürwortern und schlecht vorbereitet und
gelenkt. Ärgerlich. Eppler war auch schon mal besser.
Das System der gefährlichen Technologie und das ungelöste Müll-
problem kam kaum zur Sprache.
Einer Legende nach sollten die Schweizer Bürger einen Hut des Diktators Gessler so grüßen als sei er es selbst. Schiller machte aus dem Stoff sein Drama "Wilhelm Tell". Eine solche Funktion hat der Erlass, der freien Bürgern ohne sinnvollen Grund einen Maulkorb anlegt, der nach Expertenmeinungen ihre Gesundheit schädigt.

Somprit

Re: Atomenergie

Beitrag von Somprit » Do 17. Mär 2011, 21:49

...passt sicher nicht so richtig zum Thema hier, aber mal ohne weiteren Kommentar zumal ich kein Sushi-Freund bin, es geradezu verabscheue...so völlig im Gegensatz meiner Engeln, denen ich es fortan „verbieten“ werde .... :jau:

Mögliche Strahlenbelastung bei Lebensmitteln
Asiaten skeptisch bei Importen aus Japan


Lebensmittel aus Japan sind in deutschen Supermärkten eher selten. Bei Japans Nachbarn ist das anders.
Vor allem Thailand und Südkorea importieren tonnenweise Meeresfrüchte, Obst und Gemüse. Aus Angst vor radioaktiver Belastung kontrollieren die Behörden nun schärfer...

Am Fracht-Terminal des Suvarnabhumi-Flughafens in Bangkok wird bei Lebensmittel-Importen aus Japan jetzt gezielt die radioaktive Belastung kontrolliert. Thailand führt unter anderem gefrorenen Fisch und verschiedene Gemüse aus Japan ein. Die Sonderkontrollen würden bis auf Weiteres aufrecht erhalten, ....

"Wir kontrollieren die Importe aus Japan solange bis wir sicher sind, dass keine Gefahr besteht. Die Sicherheit der Verbraucher hat für uns höchste Priorität."
Lebensmittel aus Japan sind in Thailand sehr beliebt. Die meisten Meeresfrüchte werden in den japanischen Restaurants in Bangkok und den Touristen-Hochburgen verarbeitet. Andere Produkte wie Obst und Gemüse werden auch auf Märkten angeboten.
Die Verbraucher sind äußerst besorgt angesichts der Ereignisse in Fukushima. "Ich gehe jede Woche mindestens einmal in ein japanisches Restaurant. Doch was da gerade passiert, ist sehr beunruhigend. Ich glaube, ich werde eine Pause bei Sushi und Sashimi einlegen", sagt ein Mann. In den Nachrichten habe er gehört, die Japaner benutzten jetzt Meerwasser zur Kühlung der Reaktoren. "Aber im Meerwasser sind doch auch die Fische. Ich habe wirklich Angst vor der Radioaktivität", sagte er...
Auszug aus: http://www.tagesschau.de/ausland/lebens ... an100.html

Waitong

Re: Atomenergie

Beitrag von Waitong » Do 17. Mär 2011, 23:29

expat hat geschrieben:Einseitig besetzt mit Befürwortern ...
Aber schau mal, da steht doch ...
Waitong hat geschrieben:Erhard Eppler (SPD), Atomkritiker
Glaubst Du bei DW-TV hat sich jemand verschrieben ?


Gute Nacht und traeum was schoenes ...

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